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Ich klammere mich an jede Berührung, an jeden Blick, an jeden Kuss, an jedes Lächeln. Ich klammere mich dran und ich habe Angst loszulassen, Angst zu fallen, Angst allein zu sein.

Dabei stand mein Entschluss fest. Ich gehe zu ihm und beende es, ein für alle Mal. Ich sage ihm, dass ich so nicht mehr weitermachen kann, dass ich nicht von Hoffnungsschimmer zu Hoffnungsschimmer springen kann, ohne irgendwo zu landen. Dass ich es nicht mehr aushalte, so wie es jetzt ist. Dass mich das kaputt macht. Das wollte ich sagen. Und ich war überzeugt davon, dass ich es tun werde, dass es das richtige ist, dass das sein muss und dass ich es irgendwie schaffen werde. Das war die Zeit, in der wir uns nicht gesehen haben. In dem mir bewusst war, wie falsch das alles ist. Wie wenig ich das von ihm bekomme, was ich will. Wie wenig ich mich geliebt fühle. Wie sehr ich es brauche, dass da jemand ist. Dass jemand da ist, der immer da ist. Jemand der mir das sagt, was ich hören will. Jemand, der mir Mut macht. Und nicht er, der die Augen vor allem verschließt. Der mich nicht braucht. Der nur da sein kann, wenn alles gut ist. Und dann auch nicht richtig.

Und dann war er auf einmal wieder da. Und alles war wieder durcheinander. Und jetzt ist alles noch mehr durcheinander. Mein Kopf ist ein einziges großes Durcheinander und ich weiß immer noch, dass ich so nicht mehr kann. Aber ich klammere mich an Augenblicke, in denen ich denke, dass es doch klappen könnte, dass wir es schaffen könnten, dass wir einfach nochmal neu anfangen könnten.

Meine Freunde fragen 'Warum?' Ich weiß es nicht. 'Liebst du ihn?' Nein. Ja. Ich weiß es nicht. Ich liebe die Person, die er nicht ist. Die, die ich mir wünsche und die ich manchmal für einige Sekunden in ihm sehe. Und schöpfe Hoffnung daraus. Für uns, für die Zukunft. Und das gibt mir Kraft, so weiter zu machen. Für kurze Zeit.

Dabei geht das nicht. Nicht mehr. Ich habe einfach zu viel kaputt gemacht. Auf der Suche nach Zuwendung, Geborgenheit, vielleicht sogar Liebe, wobei ich die gar nicht mehr erwarte. Wenn auch nur für einen Abend, für eine Nacht, einfach nur für das In-den-Arm-genommen-werden. In fremden Armen, in fremden Betten, immer und immer wieder. Immer und immer gesagt bekommen, dass ich liebenswürdig bin, um es mir selber zu beweisen. Merken, dass andere Männer etwas an mir finden, dass sie mich nicht nur für eine Nacht wollen. Dass sie sich in mich verlieben. Sich immer wieder melden. Und ich breche den Kontakt ab, immer und immer wieder. Aus schlechtem Gewissen. aber wahrscheinlich vor allem aus dem Wunsch heraus, dass alles wieder gut werden könnte. Mit ihm. Weil ich ihn doch brauche. Ihn. Nicht die ganzen anderen, von denen einige tatsächlich verrückt nach mir sind, die mir zeigen, dass sie eine Beziehung mit mir wollen, eine Zukunft, alles. Bei denen ich weiß, dass mir eine Beziehung mit ihnen viel besser tun würde, als diese Beziehung mit ihm. Mit ihm, von dem nichts zurückkommt. Der emotional total kalt bleibt. Aber ich will sie nicht. Ich will ihn. Ihn, anders. Ich will ein 'Ich liebe dich hören'. Ich will fühlen, dass es echt ist.

Jetzt ist es zu spät. Jetzt bin ich diejenige, die alles kaputt gemacht hat. Und er weiß es nicht. Aber ich, ich weiß es und ich halte es mir jeden Tag vor Augen.

Schlampe Schlampe Schlampe Schlampe Schlampe Schlampe

Ich werde mit ihm reden. Und ich ahne, dass ich wieder einmal versuchen werde, alles gerade zu biegen, anstatt diese Beziehung zu beenden, die mich kaputt macht.

Und dann werde ich mich weiter an Augenblicke klammern und mich für kurze Zeit glücklich fühlen. Und vielleicht sogar geliebt.

10.9.07 16:48
 


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